Kleinvieh macht den größten Mist (Teil I): Entwässerung

Inzwischen sind seit dem letzten Eintrag über 2 Monate vergangen – eine Zeit in der – nicht überraschend in diesem Stadium – sehr viel passiert ist. So viel kann ich schon vorweg nehmen: inzwischen wohnen wir in unserem schönen Häuschen und fühlen uns wirklich wohl! Aber der Reihe nach:

Nachdem der Linoleum-Boden verlegt war, stand ja eigentlich gar nicht mehr so viel an und es sollte endlich mit dem Innenausbau weitergehen. Gefühlt waren das noch so zwei bis drei Dinge; Küche, Bäder, Kleinkram… Nur irgendwie war diese Kleinkram-Liste dann doch immer größer.

So war zB noch kein Anschluss an den Entwässerungskanal hergestellt worden und wir warteten auf Kontaktaufnahme seitens der Gemeinde, die hier den Übergabeschacht legt. Wir hatten die Entwässerung Mitte Juli bestellt, nachdem mir der Zuständige der Gemeinde mitteilte, dass dies einen Monat vor Einzug erfolgen sollte. Da aber unser schriftlicher Antrag für eine Entwässerungsgenehmigung nie bearbeitet wurde, kam langsam aber sicher Panik auf, ob das wohl noch was bis zum Einzugstermin werden würde… erneutes Nachfragen bei der Gemeinde brachte uns dann immerhin die Auskunft, dass da vielleicht etwas untergegangen ist, man sich aber kümmere. Man teilte uns vorsichtshalber mal den Kontakt der entsprechenden Tiefbaufirma mit, damit wir ggf. selbst nachfragen könnten, ob es mit dem Termin vor Einzug denn noch klappt. Daraufhin kam dann ein nettes Ehepaar auf die Baustelle, offensichtlich Betreiber der Tiefbaufirma, die sich die Situation vor Ort ansahen.

Frau: „Das geht so alles nicht, da fehlt doch noch die Dichtigkeitsprüfung, da weiß doch so keiner, ob das alles gut geht. Und wo ist jetzt der Kanal?“
Ich: „…äh, die Firma, die die Kanäle hergestellt hat, hat die Position schriftlich festgehalten. Reicht das?“
Frau: „Grundsätzlich schon. Hoffen wir, dass die Lage nicht weiter als 1m von der Grundstücksgrenze entfernt ist. Wir legen nur bis dahin, den Rest müssen Sie dann selbst erledigen“.
Ich: „Als bei der Gemeinde angerufen wurde um die gewünschte Position des Kanals zu erfragen wurde uns gesagt, dass die Tiefbaufirma sich den Kanal dann schon holt, die würden den Boden ja eh aufmachen.“
Frau: „Ja, das ist aber falsch. 1m, mehr nicht.“
Ich: „Und was mach ich, wenn das der Fall ist?“
Frau: „Dann muss Ihre Firma nochmal anrücken und den Rest herstellen. Wir machen nur 1m, mehr nicht. Und wir legen nur das Rohr, schließen aber nichts an“.
Mann: „Naja, oder Sie beauftragen uns damit auf Ihre Kosten.“
Frau: „Sie können uns auch beauftragen. Das müssen Sie dann aber zahlen. Aber ob wir das zeitlich hinkriegen… Und eine Dichtigkeitsprüfung haben Sie dann ja immer noch nicht und ohne die geht schonmal nichts. Aber die können Sie auch nicht machen lassen, solange der Kanal nicht angeschlossen ist“.
Ich: „Aber wie soll das denn dann funktionieren?“
Frau: „Ja, sag ich ja, das geht so alles nicht!“
So ging das noch eine Weile, es folgten einige Telefonate mit unserer Firma für die Erdarbeiten, in denen sich die richtigen zwei Adressaten offensichtlich gefunden hatten und ich mir nun die jeweiligen Tiraden anhören durfte („Was für eine dumme Kuh“ vs „Oh Gott, der sabbelt einen ja schwindelig“). Ich sah meine Felle bereits davonschwimmen und telefonierte mit dem immer freundlichen und hilfsbereiten Herrn Ide von der Gemeinde.

Ich: „Es gibt da anscheinend riesige Probleme; da muss noch eine Dichtigkeitsprüfung gemacht werden, die kann aber nicht erfolgen, solange blablabla und ich habe keine Ahnung wer und wann und was blablabla „.
Er: „Alles gut. Die Dichtigkeitsprüfung können Sie auch noch in einem halben Jahr machen. Ist völlig normal so.“
Ich: „Ach so?“
Er: „Ja.“
Ich: „So was…“
Er: „Ist ganz üblich. Und ansonsten rufen Sie mal die Firma nochmal an. Die machen den Anschluss sicher einfach mit. Kann ja kein großer Akt sein.“
Gesagt, getan. Plötzlich war sie sehr freundlich und hilfsbereit und bat an, das Rohr auch an unseren Kanal anzuschließen. So wurde es dann auch gemacht: Am 19.9. kam die Tiefbaufirma, legte innerhalb von zwei Stunden den Kanal. Und schrieb anschließend eine Rechnung: 77 Euro. Und dafür die ganze Panik – hallo??? Da wurde wirklich in Erwägung gezogen die andere Firma noch einmal antanzen und den Boden aufmachen zu lassen, nach dem das Rohr gelegt wurde, um dann ggf. noch einmal die Tiefbaufirma her zu ordern um eventuell auftretende Schwierigkeiten zu beheben. So ein Quatsch! Seit dem 19.9. können wir also auf unser Klo gehen.

Der Spaß wurde dann noch einmal getrübt, als wir bereits eingezogen waren: Beim Duschen im EG begann regelmäßig unser Klo zu blubbern und vollzulaufen. Die Prüfung durch unsere Sanitärfirma ergab, dass kein Wasser im Kanal ankam… aufgrund der Fehlerfrequenz dachte ich mir schon, dass der Fehler ganz eventuell bei unserer Firma für die Erdarbeiten liegen könnte – und so war es auch. Die Firma hatte offensichtlich vergessen das gesamte Gäste-WC im Erdgeschoss an die Entwässerung anzuschließen und musste das dann spontan nachholen. Es war vermutlich kein großer Spaß für die Arbeiter in den Hinterlassenschaften zu wühlen um den Anschluss herzustellen, aber so was kommt von so was…

Baubeginn

Am 01.03. war es endlich soweit: der offizielle Baubeginn. Aufgrund der Brut- und Setzzeiten begann unser Rohbauer schon einige Tage zuvor damit das Grundstück frei zu räumen, da es völlig zugewuchert war. So sah es vorher aus:

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Anschließend wurde die oberste Schicht Mutterboden ausgekoffert, im Bereich des Baukörpers mit Sand verfüllt und verdichtet. Entlang der Baufläche wurde eine Baustraße für das Aufstellen des Baukrans angelegt. Da das Grundstück abschüssig ist, orientierten wir uns hier an dem höchstgelegenen Niveau der Nachbargrundstücke. Zum östlichen Nachbarn sind wir also ebenerdig, zum westlichen Nachbarn gibt es eine Höhendifferenz von ca. 50 cm, die das spätere Einsetzen von Winkelstützen erforderlich macht.

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Anschließend wurde das Schnurgerüst gespannt und das Gießen der Streifenfundamente vorbereitet.

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